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Südosteuropa-Forum Bayern 2005: Wirtschaftsbeziehungen ausbauen!

Nürnberg (21. Juli 2005)

Südosteuropa-Forum Bayern 2005: Wirtschaftsbeziehungen ausbauen!

Die Intensivierung der Wirtschaftsbeziehung zwischen Bayern und Südosteuropa hat heute der bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu gefordert. Zum Auftakt des Südosteuropa-Forums Bayern in Nürnberg sagte Wiesheu (s. Bild links), es gebe ein erhebliches Potenzial in der südosteuropäischen Region für die Branchen Informationstechnologie, Umweltschutz, Bauwirtschaft sowie Maschinenbau und Metallverarbeitung. Im vergangenen Jahr erreichte der Handel zwischen Bayern und Südosteuropa ein Volumen von über 4,2 Milliarden Euro. Das Handelsvolumen mit dieser Ländergruppe entspricht nach Angaben des Staatsministers mittlerweile in etwa dem mit den USA, Bayerns wichtigster Außenhandelspartner.

Beim Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen setzte der Freistaat Bayern auf sein außenwirtschaftliches Förderinstrumentarium wie etwa Wirtschaftsdelegationsreisen, Messebeteiligungen und verschiedene Förderprogramme. 'Gerade für die bayerische Wirtschaft, die traditionell eng mit Südosteuropa verbunden ist, sehe ich gute Geschäftschancen und Entwicklungsmöglichkeiten in dieser Region“, sagte Wiesheu.

Rund 250 Besucher haben beim Südosteuropa Forum Bayern 2005 teilgenommen, das vom Außenwirtschaftszentrum Bayern (AWZ) zusammen mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken veranstaltet wurde. Unter dem Motto „Stabilisierung und Wachstum nutzen – Chancen für den Mittelstand“ informierten bei der eintägigen Veranstaltung erfahrene bayerische Unternehmer sowie die Geschäftsführer der deutschen Auslandshandelskammern und Delegiertenbüros über die Länder Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Österreich, Rumänien, Serbien-Montenegro und Slowenien. Hinzu kamen praxisgerechte Fachvorträge zu Rechts-, Steuer- und Finanzierungsfragen sowie zum Interkulturellen Management. Die Teilnehmer hatten außerdem die Möglichkeit, sich von Fachleuten bei individuellen Beratungsgesprächen über Geschäftsmöglichkeiten in Südosteuropa zu informieren.

Der EU-Sonderkoordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, Erhard Busek (s. Bild Foto Portal-Startseite), wies in seinem Eröffnunsgsreferat darauf hin, dass bei einigen Europäern nur ungenügende Kenntnisse über die südosteuropäische Region vorherrschten. Durch den Ausbau der Infrastruktur, der beabsichtigten Schaffung einer Freihandelszone und der Anwesenheit zahlreicher Banken und Versicherungen vor Ort böten die Länder Südosteuropas jedoch hervorragende Möglichkeiten gerade für kleine und mittlere Firmen, so Busek. Er empfiehlt Unternehmern, sich vor dem Gang in eines dieser Länder jedoch umfassend zu informieren: „Hintergründe sind wichtig! Man sollte sich Partner vor Ort und bei einer Unternehmensgründung kompetente Mitarbeiter suchen, die aus dem Zielland stammen.“ Natürlich handle es sich bei Südosteuropa um einen kulturell unterschiedlichen Raum. Die Unterschiede müsse man nicht sofort akzeptieren, diese aber kennen und darüber Bescheid wissen.“

Als „kleine Tiger“ hatte der Präsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, Professor Dr. Klaus L. Wübbenhorst, die Länder der SOE-Region in seiner Begrüßungsrede bezeichnet: „Nach Kriegen und Isolation herrscht dort Aufbruchstimmung und die Bereitschaft zur regionalen Zusammenarbeit nimmt zu.“ Die Wachstumsraten im bilateralen Warenhandel mit Südosteuropa mit seinen insgesamt 55 Millionen Konsumenten seien seit einigen Jahren fast durchweg zweistellig und lägen im Regionenvergleich weit vorne, so Wübbenhorst. Das Marktumfeld biete viele Chancen, vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Konsumgüter und moderne Technologien. In allen südosteuropäischen Ländern liegt Bayerns Anteil am gesamtdeutschen Warenaustausch zwischen 15 und 20 Prozent. Durch das „alte“ Europa müsse nach Ansicht des IHK-Präsidents ein Ruck gehen, das wirtschaftliche Engagement weiter ausgebaut und überkommende Vorbehalte eingestellt werden. +++