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Horst Köhler: Vor allem die Unter­nehmer bringen Afrika voran

Berlin (7.7.2015) - Innovationsfreude, Mut und Finanzkraft - all dies bringen Unternehmer aus dem Maschinenbau mit, und deshalb sind sie auch die richtigen, um den afrikanischen Kontinent voranzubringen. "In der Industrialisierung Afrikas und im Ausbau der Infrastruktur ist wirklich Musik drin", sagte der Bundespräsident a.D. Horst Köhler in einer Rede vor dem VDMA-Hauptvorstand.

"Den deutschen Maschinenbauern könnte nun nichts Besseres passieren, als der neue Ausstatter für den Aufschwung Afrikas zu werden", resümierte Köhler, der sich seit langem mit viel persönlichem Engagement mit der Entwicklung des Kontinents beschäftigt.

Der ehemalige Bundespräsident und frühere Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) negierte keineswegs, dass die viel zitierten Probleme des großen Wirtschaftsraums noch immer vorhanden sind. "Natürlich kann und muss man beklagen, dass es in Afrika zu wenig gute Schulen, gute Straßen und gute Kraftwerke gibt. Aber gleichzeitig ergeben sich genau aus diesem Mangel doch die größten Chancen, am Wachstum Afrikas zu partizipieren", betonte er. Und dieses Wachstum ist vielversprechend, für die Region Sub-Sahara erwartet der IWF in diesem Jahr ein durchschnittliches Plus von 4,5 Prozent. "Der negative Trend ist in vielen Teilen des Kontinents gebrochen, in immer mehr Ländern festigen sich die staatlichen und rechtlichen Strukturen", sagte Köhler.

Mehr Engagement in Afrika werde auch von den Afrikanern gewünscht. Deutschland und deutsche Maschinenbauprodukte genießen auf dem Kontinent einen hervorragenden Ruf, und die Afrikaner seien auch bereit, für deutsche Qualität den angemessenen Preis zu bezahlen. Dass die Konkurrenz aus China dort inzwischen stark Fuß gefasst hat, liegt nach Ansicht Köhlers auch daran, dass die Chinesen in ein Vakuum gestoßen seien, welches die Europäer nicht ausfüllen wollten. Deshalb sei es nun umso wichtiger, sich den afrikanischen Unternehmern als verlässliche Partner zu präsentieren, "die Know-how, Technologie, Verbindungen und auch Finanzierung ins Land bringen können." Köhlers Fazit: "Wer also in Afrika wirtschaftlichen Erfolg haben will, tut gut daran, sich afrikanische Partner zu suchen und selbst ein guter Partner zu sein."