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Ebola und sinkende Rohstoffpreise machen Afrika zu schaffen

Berlin (20.10.2014) - Das Wirtschaftswachstum in Afrika wird in diesem Jahr voraussichtlich einen Dämpfer erhalten:

Für 2014 erwartet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nur noch ein Plus von drei Prozent; 2015 soll die Wirtschaft auf dem Kontinent dann wieder um vier Prozent zulegen.

"Die Ebola-Krise wird sich nicht nur auf die Volkswirtschaften der drei am stärksten betroffenen Länder – Guinea, Liberia und Sierra Leone – auswirken", sagte DIHK-Afrikaexpertin Rima Al-Tinawi der Nachrichtenagentur Reuters. Schon jetzt sei absehbar, dass auch in anderen Regionen des Kontinents der Tourismus und damit einer der größten Devisenbringer in Mitleidenschaft gezogen werde.

"Zusätzlich machen speziell den Erdöl exportierenden Ländern die weltweiten Konjunkturrisiken zu schaffen", so Al-Tinawi weiter. Und: "Die einstige Konjunkturlokomotive des Kontinents, Südafrika, kommt nicht in Gang." Das Land am Kap leide unter gesunkenen Rohstoffpreisen. Darüber hinaus stiegen Arbeits- und Produktionskosten seit Jahren stärker als die Produktivität des Landes, wodurch Südafrika als Produktionsstandort an Attraktivität verliere. "In der Folge hat der südafrikanische Rand in den letzten 24 Monaten mehr als 30 Prozent seines Wertes verloren", berichtete die DIHK-Afrikaexpertin.

Das bekomme auch die hiesige Wirtschaft zu spüren: "Die Exporte deutscher Unternehmen nach Südafrika werden in diesem Jahr um rund 15 Prozent einbrechen." Für das kommende Jahr erwarte der DIHK eine Stagnation.

(Quelle: DIHK Courier 42/2014)