Enterprise Europe Network

„Afrika braucht Strom“ – Wirtschaft fordert Unterstützung der Bundesregierung beim Aufbau von Energieinfrastruktur in Afrika

Berlin/Hamburg (5.5.2015) - Die Entwicklung einer sicheren und wirtschaftlichen Energieversorgung ist die Basis für Wirtschaftswachstum in Afrika. Darauf wies der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft e.V. (AV) im Vorfeld des neunten deutsch-afrikanischen Energieforums hin, das am Montag begann.

„Wenn wir wirklich etwas zur Lösung der Flüchtlingsproblematik tun wollen, dann müssen wir die Infrastruktur in Afrika verbessern. Eine Verbesserung der Umstände vor Ort wird nur möglich sein, wenn wir Arbeitsplätze schaffen. Keine Arbeitsplätze ohne Industrialisierung, keine Industrialisierung ohne Strom“, sagt der Vorsitzende des Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (AV) Stefan Liebing.

Deutsche Unternehmen können mit Technologie und Know-How im Energiesektor und beim Aufbau einer Industrie zur Weiterverarbeitung von Rohstoffen wichtige Beiträge leisten und damit die Industrialisierung in einem Ausmaß vorantreiben, zu dem Entwicklungszusammenarbeit allein nicht in der Lage ist. Genügend wirtschaftliche Anreize sind vorhanden. „Gemessen an durchschnittlichen Weltmarktanteilen ergibt sich aus den in Afrika geplanten Investitionen im Energiesektor für deutsche Unternehmen bis 2040 ein mögliches Geschäftsvolumen von rund 80 Milliarden Euro“, berichtet Liebing.

14 Energieminister aus Afrika
Eines der wesentlichen Hindernisse bestehe in der Tatsache, dass die Projektentwicklung teuer sei und hohe Risiken berge. „Die größte Hürde für die Entwicklung neuer Energie- und Rohstoffvorhaben besteht darin, Unternehmer zu finden, die in frühen Phasen der Projektentwicklung eigene Mittel in signifikantem Umfang investieren“, so Liebing. Der Wirtschaftsverband setzt sich daher für die Einrichtung einer staatlichen Projektentwicklungsversicherung ein, die einen Teil der Aufwendungen erstatten soll, wenn Projektvorhaben in entwicklungspolitisch förderungswürdigen Sektoren erfolglos bleiben. Diese und weitere Themen werden am 4. und 5. Mai 2015 im Rahmen des 9. Deutsch-Afrikanischen Energieforums in Hamburg diskutiert. Der gastgebende Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft erwartet dazu mehr als 400 Teilnehmer aus Afrika und Europa. Unter ihnen sind 14 afrikanische Energieminister (Burkina Faso, DR Kongo, Ägypten, Ghana, Guinea-Bissau, Lesotho, Liberia, Madagaskar, Senegal, Seychellen, Sudan, Sambia, Tansania, Uganda) sowie 13 Botschafter weiterer Länder. Aus der deutschen Politik nehmen die Staatsekretäre Steinlein (Auswärtiges Amt) und Baake (Bundeswirtschaftsministerium) sowie Hamburgs Erster Bürgermeister Scholz teil.

Afrika ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Energierohstofflieferant für Deutschland. Erdöl, Gas und Kohle aus Afrika decken einen großen Teil der deutschen Rohstoffnachfrage ab. Elf Prozent der deutschen Erdöl- und Gaseinfuhren kommen aus Afrika. Gleichzeitig ist Afrika ein wichtiger Absatzmarkt für Produkte und Dienstleistungen deutscher Unternehmen aus dem Energiesektor. Insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien spielen deutsche Unternehmen eine zunehmend wichtigere Rolle.

(Quelle: AV)