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12. Juli 2007 - 'Exportland Bayern: Grenzenlos erfolgreich'


So war`s am 12. Juli in Weilheim, IHK-Gremium Landsberg-Weilheim-Schongau

Dahin hingegen wo andere noch nicht sind und dem Bauchgefühl vertrauen!

Das war eine von vielen Erkenntnissen der vorletzten „Exportland-Bayern“-Veranstaltung in Oberbayern, diesmal in der Sparkasse Weilheim. Nach der Begrüßung durch den Gastgeber Thomas Orbig von der Sparkasse Weilheim, sowie Heidrun Brugger, Vorsitzende des IHK-Gremiums Landsberg-Weilheim-Schongau und Peter Kokoschka, dem Leiter des Bildungszentrums Weilheim der Handwerkskammer für München und Oberbayern, startete die Veranstaltung mit dem 1x1 des Exporterfolgs, präsentiert von Dr. Manfred Gößl von der IHK für München und Oberbayern und Barbara Peinel von der Handwerkskammer für München und Oberbayern, voll durch.
Dahin hingegen wo andere noch nicht sind und dem Bauchgefühl vertrauen!
Vervollständigt wurden die Informationen und Tipps zum Auslandsgeschäft durch Hans-Jürgen Radmacher vom Bayerischen Wirtschaftsministerium, der über die Exportfördermöglichkeiten des Freistaates Bayern berichtete. Nach einer kleinen Pause stiegen alle Beteiligten frisch gestärkt im wahrsten Sinne des Wortes in die Praxis ein: zwei gestandene Exporteure, Prinz Luitpold von Bayern von der KG Schlossbrauerei Kaltenberg aus Kaltenberg und Dr. Volker Koschay von der GIMAT GmbH Umweltmesstechnik aus Polling berichteten auf sehr interessante und unterhaltsame Art und Weise aus dem „Nähkästchen“.
Dahin hingegen wo andere noch nicht sind und dem Bauchgefühl vertrauen!
Prinz Luitpold, der die Brauerei vor 30 Jahren übernahm, interessierte sich früh fürs Ausland. Der Grund war die steigende Konkurrenz im Heimatmarkt Deutschland. Da sich der Export von Bier als schwierig erwies, stieg er auf Lizenzproduktion um, d.h. er entwickelt Marken und bringt sie mitsamt Produktions- und Marketing-Know-how mit großem Erfolg in Partnerschaften mit Brauereien vor Ort unter. Seine Tipps? Er selber hat in England � Pubs am Anfang selbst besucht“, um zunächst „ein Gefühl für den Markt zu bekommen“. Dann solle man sich bewusst sein, dass man nie davor gefeit ist, dass es schiefgeht. Er hat beispielsweise schon einige schlechte Erfahrungen mit plötzlichen Übernahmen durch Großbrauereien machen müssen. Auch warnte er vor „selbst ernannten Marktkennern vor Ort“, man solle die Kontakte auf jeden Fall selber und direkt herstellen. Mit diesen Erfolgsrezepten und dem Vorsatz: „Dahin gehen wo andere nicht hingehen“ hält die Schlossbrauerei Kaltenberg nun acht Prozent Marktanteil in Kroatien, ist das einzige bayerische Bier in Weißrussland und exportiert noch in viele andere Länder. Auch fährt sie mit dem Motto „Qualität durch Tradition“ sehr gut, die „königliche“ Geschichte hinter dem Familienunternehmen ist ein Merkmal, das selbst Bierriesen nicht übertrumpfen können.
Dahin hingegen wo andere noch nicht sind und dem Bauchgefühl vertrauen!
Dr. Volker Koschay, der mit seinem Unternehmen nach der Gründung 1973 bereits Mitte der 80ger in den Export einstieg, stellt stationäre Messgeräte zur Wasserüberwachung her und hat momentan 15 Mitarbeiter. Sein Alleinstellungsmerkmal: „hohe Zuverlässigkeit, geringe Wartung“. Schwerpunktmäßig exportiert er nun an rechtlich selbstständige Repräsentanten vor Ort und auch hier ist es immens wichtig „nah am Markt zu sein“. Für ihn bedeutet Export vor allem eine enge Kommunikation mit dem Partner „verbale Kommunikation ist der Schlüssel“, dahin zu gehen wo man sich wohlfühlt, also seinen Bauch „sprechen“ zu lassen und die Sitten und Gebräuche anderer Länder zu respektieren. Aber auch wenn weit entfernte Länder andersartig zu sein scheinen: „in China ist man u. U. willkommener als in Österreich!“. Was Export für Dr. Koschay jedoch auch bedeutet: „Export ist harte Arbeit“ doch sei es für viele Kleinbetriebe heute, oder spätestens morgen überlebenswichtig. Insgesamt investieren die beiden Unternehmer 15 bis 20 Prozent ihrer Zeit in das Auslandsgeschäft, denn da sind sie sich einig: “gerade bei kleinen Unternehmen sollte der Chef die Kontakte persönlich machen, darauf wird Wert gelegt“. Also bleibt am Ende der äußerst interessanten Veranstaltung zu merken: Export ist Chef- bzw. Chefinnensache, man sollte dem Bauchgefühl vertrauen und vor allem Zeit investieren!