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Export-Tournee Bayern 2010/2011 > Rückblick > So war´s: Ingolstadt

So war´s: Ingolstadt

Ingolstadt - Die Stühle in Pfaffenhofen waren noch warm, da steuerte die Export-Tournee Bayern ihr nächstes Ziel an: das Existenzgründerzentrum in Ingolstadt war am 2. März der Veranstaltungsort. 31 Teilnehmer waren auf der Veranstaltung zu Gast.

Das knapp zweistündige Programm wurde von Alexander Lau, IHK, und Barbara Peinel, Handwerkskammer, moderiert. Nachdem anfangs von Hans-Jörg Heidenreich, Betriebsberater der Handwerkskammer für München und Oberbayern, und Wilhelm Kapfer, Geschäftsführer des IHK-Gremiums Ingolstadt – Pfaffenhofen, die Bedeutung des Exports für die Region sowie dessen Entwicklung in einem Begrüßungsinterview erörtert wurden, vertieften die Moderatoren ganz nach dem Motto ‚Exportieren: Gewusst wie’ wichtige Punkte rund um das Auslandsgeschäft.

Exportneulinge müssen den Weg ins Ausland aber nicht alleine gehen. Ulrike Wolf vom Bayerischen Wirtschaftsministerium zeigte den Teilnehmern Fördermöglichkeiten des Freistaats auf, die sie bei den ersten Schritten in das Exportgeschäft nutzen können.

Das Highlight der Veranstaltung waren jedoch wieder die drei Unternehmensvertreter, die von ihren eigenen Erfahrungen im Auslandsgeschäft berichteten.

Als erster plauderte Andreas Mayr, Geschäftsführer der Schreinerei Ludwig Mayr GmbH & Co. KG aus Manching, der im hochwertigen Innenausbau tätig ist, aus dem Export-Nähkästchen: „Unsere Stärke ist vor allem unsere Flexibilität. Heute morgen zum Beispiel hat der Monteur von der Baustelle aus Rumänien angerufen und uns gesagt, was ihm fehlt – kurz danach war der Sprinter mit den fehlenden Sachen schon unterwegs.“ Weiter betonte er, dass ihm das Förderprogramm 'Go International'  auch sehr viel geholfen hat: „Durch dieses Programm habe ich gelernt, was ich für unseren Betrieb brauche, und was nicht. Auslandsvertretungen sind für uns danach nicht mehr in Frage gekommen. Dadurch wurde unser Horizont vielfach erweitert. Was unsere Mitarbeiter betrifft, mussten wir erst mal für das Verständnis werben und manchmal auch ein bisschen nachhelfen. Aber jetzt sind unsere Mitarbeiter bereit und fit für das Ausland und alles klappt wunderbar.“

Der zweite Unternehmer, der seine Erfahrungen preis gab, war Roland Piuk, Geschäftsführer der RAM GmbH aus Ingolstadt: „Wenn man ein Nischenprodukt oder ein Produkt mit einer führenden Technologie vorweisen kann, ist der Erfolg im Ausland schon fast garantiert. Auch die Qualität und die Genauigkeit bei Produkten ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg.“ Weiterhin verdeutlichte er, dass jedes Land anders ist. Dies sei nicht zu unterschätzen. Auch er hat das Förderprogramm ‚Go International’ genutzt und konnte seinem Vorredner nur zustimmen, das dies eine gute Möglichkeit ist, an einen neuen Markt heranzugehen.

Der letzte Unternehmerbericht kam von Wolfgang Portner, Vice President – International Sales der alki-Technik GmbH aus Ingolstadt: „Wir produzieren Schraubsysteme im Nischenbereich für die Industrie und exportieren diese mittlerweile fast schon weltweit. Wir haben anfangs ebenfalls erst in Europa begonnen. Mittlerweile sehen wir Europa schon als ‚domestic market’. Wenn Sie Erfolg im Ausland haben wollen, brauchen Sie ein Produkt mit Alleinstellungsmerkmalen – einem einzigartigen Marktvorteil. Dieser Vorteil spiegelt sich schon in dem ‚Made in Germany’-Produkt wieder. Vor allem in Ländern wie China und Japan setzt man auf deutsche Qualität.“ Zusätzlich verdeutlichte Portner weitere Vorteile des Auslandsgeschäfts: „In der Krise konnten wir uns nur durch unser Auslandsgeschäft auf unserem Niveau halten.“ Auch bezüglich der Hürden und Probleme beim Auslandsengagement hatte er viele Ratschläge: „Wenn Sie in China Geschäfte machen wollen, müssen Sie sehr trinkfest sein – übrigens auch in Russland. Sie müssen sich, bevor Sie in einen ausländischen Markt einsteigen, gründlich über die jeweiligen Kulturen informieren. Es sind vor allem die Kleinigkeiten, wie zum Beispiel das Überreichen der Visitenkarten, die sehr zu beachten sind. Auch wenn Sie ein paar Brocken in der jeweiligen Landessprache beherrschen, wird das sehr gewürdigt und schafft Sympathien.“

Nach dieser äußert informativen und spannenden Veranstaltung waren die Teilnehmer noch zu einem kleinen Imbiss eingeladen, bei dem sie weitere Fragen mit den Experten und den Unternehmern vertiefen konnten.